Lissabon

Es ist heute Donnerstag, der 19. Juni. Heute möchten wir uns Lissabon anschauen. Damit es nicht so heiß ist, stehen wir früh auf und fahren mit dem Uber-Taxi zur Fährstation. Von dort mit der Fähre rüber nach Lissabon.

Wir sehen Cristo Rei vom Wasser aus
Die rote Brücke vom Tejo aus gesehen

Relativ schnell sind wir, schon kurz nach 10 Uhr, am Anleger in Lissabon angelangt. Das erste was wir sehen, ist ein schönes Gebäude mit Kuppel oben auf dem Dach. Wir schauen hinein und es ist eine Markthalle mit sehr vielen verschiedenen Angeboten für kulinarische Genüsse jeglicher Art.

Man möchte in jedes Teilchen gerne reinbeißen

Anschließend gehen wir weiter in Richtung Innenstadt / Altstadt. Lissabon hat pro Jahr ca. 8,5 Millionen Besucher. Ca. 6,5 Millionen kommen aus dem Ausland, ca. 2 Millionen aus Portugal. Gemessen an der Einwohnerzahl liegt Lissabon laut einem Ranking von DiscoverCars.com auf Platz eins aller Städte weltweit, wenn man die Zahl der Touristen pro 100 Einwohner als Grundlage nimmt. (Quelle Lisboasecreta.co/de) Wir nehmen wahr, dass schon etliche Menschen am Morgen unterwegs sind.

Weiter geht es zur Kathedrale von Lissabon.

Ausdrucksstarke Pietra-Bronze von Antonio Duarte

Wir zünden noch zwei Kerzen für unsere Liebsten an und gehen weiter.

Es macht uns Spaß, uns einfach durch Lissabon treiben zu lassen, ohne konkretes Ziel. Es ist eine bunte Stadt, eine lebendige Stadt und sie hat ein gewisses Flair, welches ich nicht gut mit Worten beschreiben kann.

Langsam wird es wärmer und wir nehmen uns vor, auf einen der vielen Aussichtspunkte, die hier Miradouro heißen, zu gehen, um einen schönen Blick auf die Stadt zu erhaschen.

Wir müssen zahlreiche Treppen und Stufen nehmen. Lissabon ist eine sehr hügelige Stadt – man spricht auch von der Stadt mit den sieben Hügeln – und so kostet es schon einige Mühe, einen Miradouro zu „erklimmen“.

Überall kleine Shops, Gaststätten, Cafés

Oben angekommen werden wir mit einem schönen Blick auf die Stadt belohnt und sogar die Kathedrale und das Meer sieht man von hier.

Blick auf Kathedrale und Stadt

Plötzlich schiebt sich auch noch ein sehr großes Kreuzfahrtschiff in unser Bild. Wir stehen, genießen und staunen. Und dabei spielt ein recht talentierter Gitarrenspieler sehr schöne Songs, die über den Platz klingen. Es ist sehr warm und so suchen wir uns einen Schattenplatz, ruhen uns aus und genießen die Atmosphäre.

Doch so langsam meldet sich der Hunger. Werner hat ein kleines Restaurant entdeckt, in dem hauptsächlich Einheimische essen gehen. Das ist unser nächstes Ziel.

Also all die Stufen und Treppen wieder hinunter, in umgekehrter Reihenfolge. Wir bekommen ein gutes Essen zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis und haben uns noch ein wenig ausgeruht. Gestärkt geht es weiter. Wir möchten gerne eine große Runde mit der legendären Straßenbahn / Tram 28 E fahren. Wir suchen die Anfangshaltestelle und finden sie bald. In der Hochsaison muss man angeblich bis zu einer Stunde warten, ehe man einen Platz in der Bahn ergattern kann. Wir haben Glück (ok ein wenig Gedrängel war auch noch mit dabei) und erwischen gleich einen Platz im ersten Anlauf. Eine Gruppe spanischer oder portugiesischer Frauen fängt in der Bahn an fröhliche Lieder zu singen – es ist richtig Stimmung hier in der 28!

Ungefähr 40 Minuten haben wir so eine erste Stadtrundfahrt durch einen großen Teil der Innenstadt von Lissabon für 3,30 Euro.

Eng geht es zu in der 28 – es ist nur ein Waggon
Die 28 E wurde ca. 1930 gebaut und eingeführt und ist eine der Sehenswürdigkeiten in Lissabon. Wir meinen: zu recht!

Irgendwann sind wir nach all dem Geschaukel und Gequietsche in der Bahn an einer Endhaltestelle angekommen. Wir steigen aus und steigen erneut wieder in die nächste Bahn in der Gegenrichtung ein. Müssen erneut 3,30 Euro bezahlten und los geht es erneut für die nächsten 40 Minuten.

Am Ausgangspunkt wieder angekommen steigen wir aus und wir schlendern langsam zurück zur Fähranlegestelle. Doch was ist das? Mein Handy Akku ist plötzlich leer und ohne das Handy haben wir keinen Zugriff auf die Uber App, um ein Uber Taxi zu bestellen. Und meine Powerbank habe ich nicht mit. Also suchen wir eine Gaststätte. Wenn wir dann schon einmal sitzen und warten bis das Handy wieder einigermaßen geladen ist, können wir auch noch einmal etwas essen. Und ich entscheide mich mutig zu sein und ein Francesinha. ein typisches portugiesisches Sandwich. Mutig deshalb, da es aus so vielen Zutaten besteht, mit Käse überbacken wird und es dann auch noch in einer Sauce serviert wird, in der es schwimmt… Es sieht auf den ersten Blick nicht sehr appetitlich aus. Doch es schmeckt. Der Mut wurde belohnt!

Nun ist das Handy auch wieder aufgeladen und wir gehen auf die Fähre. Nun ist es schon fast 22.00 Uhr und wir können noch die schöne Ansicht von Lissabon bei Nacht auf der Fähre kurz genießen. 12 Stunden haben wir in dieser schönen Stadt heute verbracht und jede Stunde war es wert!

Lissabon vom Tejo aus bei Nacht
Die rote Brücke bei Nacht
Cristo Rei bei Nacht

Wir finden unser Uber Taxi und wissen heute ist unser letzter Tag in Lissabon. Morgen beginnt die Rückreise nach Deutschland. Und als ob Lissabon sich von uns gebührend von uns verabschieden möchte, fahren wir plötzlich durch eine mit Lichterbögen überspannte Straße.

Adeus Lisboa

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