Wenn man am Morgen aufsteht, dann weiß man ja nicht was so alles auf einen zukommt. Vielleicht war der Wolf ähnliche Hund am Morgen schon ein gewisses schlechtes Vorzeichen. Ich weiß es nicht.

Nach dem Frühstück steht fest, wir fahren heute weiter. Doch zunächst gilt es viel abzuräumen, aufzuräumen und einzuräumen. Drei Fahrräder, die Stühle, den Tisch, die Markise… Andrea meint es sei doch schön, wenn wir erst noch einmal eine Runde im Pool schwimmen würden. Ich bin eher für die umgekehrte Variante, erst die Arbeit dann das Vergnügen. Und so fangen wir alle drei an zu packen und einzuräumen. Doch schon nach der Hälfte durchzuckt es mich mit einem elenden Schmerz bei einer Drehbewegung: Hexenschuss. So ein Mist. Im Nachhinein denke ich, hätte ich vielleicht auf Andrea gehört, hätte ich mehr gesunde Bewegung gehabt und es wäre vielleicht nicht passiert. Doch sicher ist das auch nicht.
So nehme ich Diclophenac innerlich und Andrea reibt meinen Rücken mit Schmerzcreme ein. Hanna übernimmt es, die schweren Lasten einzuräumen und schließlich heißt es dann Abfahrt.
Wir möchten ins Landesinnere auf einen Campingplatz nahe einem Fluss und eventuell einmal Kajak fahren. Wir erhoffen uns auch etwas weniger Wind im Landesinneren und etwas mehr Wärme.
Und so starten wir den Motor und verlassen den Campingplatz und Alvor nach 5 – 6 Tagen Urlaub an der Algarve. Unsere Abreise wird versüßt durch die Tatsache, dass dieser Campingplatz mit der ASCI Card pro Nacht lediglich 20 Euro gekostet hat. Mit Stellplatz, Wohnmobil, einem kleinen Zelt, 3 Personen und kostenlosem Eintritt in den Poolbereich. Das sind umgerechnet nur ca. 6,66 € pro Nacht / pro Person. Hanna kann Gott sei Dank auch gut mit dem Wohnmobil fahren. So kann ich mich ausruhen und versuchen meinen Rücken zu schonen.
Lea hatte einen Tipp bekommen von einem Uber Fahrer es sei hier in der Gegen relativ günstig zu tanken bei einem Supermarkt in der Nähe. Den steuern wir an und tatsächlich bekommen wir den Liter Diesel für 1,75 €. Den günstigsten Preis, den wir bisher in Portugal bezahlt haben.
Die Route, die wir heute zu bewältigen haben heute ca. 375 km und wir haben wieder einmal Gegenwind auf der Autobahn. Der Spritverbrauch steigt um mehr als einen Liter an bei diesem starken Wind in Portugal. So fahren wir langsam aber stetig dahin.

Erst am Spätnachmittag kommen wir an unserem Ziel an. Doch zum ersten Mal auf dieser Reise heißt es der Campingplatz sei voll. Doch wir sehen eindeutig noch freie Stellplätze. Der Versuch ein Telefonat mit dem Besitzer zu führen, führt zu nichts. Wir sollen uns morgen wieder melden, werden wir vertröstet.
Glücklicherweise haben wir gleich gegenüber, auf der anderen Fluss-Seite, einen Stellplatz für Wohnmobile gesehen. So fahren wir dort hin und checken die Lage. Wir finden einen passablen Platz und können dort auf alle Fälle für eine Nacht kostenlos übernachten. Nur eine Toilette gibt es dort keine.
Hanna hat für heute die Idee vegane Burger zu machen. Und so wird gebrutzelt, gebraten und gekocht was das Zeug hält. Schließlich lassen wir uns die Burger schmecken. Meinem Rücken jedoch geht es immer noch nicht gut. Und langsam aber sicher gebe ich den Gedanken auf, hier morgen Kajak zu fahren. Hanna ist nicht top motiviert zum Kajak fahren. Also werden Alternativen geschmiedet und diskutiert.
Zum Abend hin fotografiere ich noch das Lichter Schauspiel der Brückenbeleuchtung.



Doch ehe wir schlafen gehen, spielen wir noch einige Runden SkyJo – und ich führe nach den ersten Runden und mache mir große Hoffnungen endlich auch einmal zu gewinnen. Und tatsächlich bis zur siebten Runde liege ich in Führung. Doch dann kommt die Ernüchterung. In der achten und letzten Runde verliere ich mit so vielen Punkten so hoch, dass ich von Platz 1 auf den 3. Platz abrutsche. Tja – Hexenschuss, Campingplatz voll, und dann noch 3. Platz. Jetzt reicht es für heute. Schluss, aus, finito.

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