Hanna hat im Zelt übernachtet. Doch zwei deutsche Frauen haben sich so laut in der Nähe von ihrem Zelt unterhalten, dass sie gegen 8.20 Uhr aufgewacht ist und nicht mehr einschlafen konnte. So kommt sie zu uns ins Womo und weckt uns auf. Wir machen dann Frühstück, frühstücken und dann „..the same procedere as last day..“- ab zum Pool!
Nach unseren Runden im Pool und dem anschließenden Trocknen in der Sonne fassen wir den Plan einen Radausflug zu machen zu einem neuen Strand.
Wir stärken uns vorher noch mit einer Kleinigkeit zu essen und dann geht es los. Zunächst führt uns unser Routenplaner an sehr schönen Häusern mit wunderschöner Bebauung und Bepflanzung vorbei. Nicht weit weg vom Campingplatz. Und wir sind überrascht welche schöne Häuser es in direkter Nähe gibt, die wir bisher noch gar nicht entdeckt hatten. In Deutschland wären wir hier wohl in der Preisklasse deutlich über 1 Million Euro. Wie die Preise hier in Portugal sind, wissen wir nicht. Dann biegt die Rad-Route plötzlich ab in einen Schotterweg und wir haben das totale Kontrast Programm. Eben noch in einer sehr zivilisierten gepflegten Gegend und nun der völlige Gegensatz. Schotter, Staub, Wind und nur Natur. Man sieht fast nur Bäume und Wiesen. Kaum noch Häuser. Nach einigen Minuten Berg- und Talfahrt kommen wir dann wieder in eine belebte Gegend, die jedoch nach typischen Touristen Hochburgen aussieht. Noch ein paar Minuten und plötzlich sehen wir das Meer. Wir müssen eine sehr steile Abfahrt hinab und haben plötzlich den Blick auf den herrlichen Strand: „Praia do Alemão“ – den „Strand des Deutschen übersetzt.“ – Das ist ein Tipp vom Uber Fahrer, mit dem Hanna gestern hergefahren ist. Er meinte, das sei der schönste Strand hier in der Region um Alvor / Portimão. Warum dieser Strand „Strand des Deutschen“ heißt, kann ich nicht herausfinden. Im Internet finde ich heraus, dass es wohl um diesen einen Deutschen viele Legenden gibt. Das macht mich irgendwie neugierig. Es war wohl ein Deutscher, der als erster dort ein Haus auf den Klippen gebaut hat. Und da er wohl recht zurückgezogen gelebt hat, haben die Menschen in der Umgebung sich ihre eigenen Geschichten über ihn erzählt und so sind Geschichten und Legenden entstanden, die vermutlich recht wenig mit der Realität zu tun hatten.

Wir müssen die steile Abfahrt hinunter uns sehen einen wirklich schönen Strand.

Allerdings ist ein großer Teil des Strandes „professionell genutzt“ – das heißt hier werden Sonnenschirme und Liegen gegen Bezahlung angeboten. Wir suchen uns im Schatten eines der Felsen einen Platz im Sand.




Der Strand ist definitiv schön. Doch es ist Geschmacksache was man schöner findet. Dieser hier ist kleiner, überschaubarer und dadurch irgendwie heimeliger. Der andere, Praia dos Três Irmãos, „der Strand der drei Brüder“ hat für meinen Geschmack mehr und schönere Felsen zu bieten.
Wenn man nach Portugal reist kann man genau wie an der Nordsee schnell feststellen, ob der Sonnenschirm und der Sonnenschirmständer, den man dabei hat, einigermaßen etwas taugen oder nicht. Bei uns hält der Sonnenschirm, mit fest in den Sand geklopftem Ständer und zusätzlich mit Spanngurt an einem Felsbrocken gesichert, die Belastungen durch den starken und böigen Wind aus. Bei unseren Nachbarn am Strand hingegen nicht. Da reißt der Schirm ständig aus der Verankerung im Boden. Und entnervt gibt die Familie auf und verlässt wieder den Strand. Denn mit Schirm ist es ein Kampf mit dem Wind – ohne Schirm ist man fast chancenlos ohne Schatten der heftig stechenden Sonne ausgeliefert.
Hanna geht einmal sich erfrischen im Meer. Wir sind zurückhaltender wegen dem Wind. Nach ungefähr eineinhalb Stunden machen wir uns auf den Rückweg. Für den Rückweg wählen wir eine andere Route, die uns durch die Stadt führt, am Supermarkt vorbei und an der Post. Hanna wirft zwei Postkarten bei der Post ein und wir kaufen noch etwas ein im Supermarkt.
Hanna ist heute topmotiviert etwas Leckeres zu kochen. Konnten wir vor ein paar Tagen schon die Kochkünste von Lea bestaunen und die Ergebnisse genießen, so will uns heute Abend Hanna etwas Schönes servieren. Nachdem wir die letzten Zutaten für das Abendessen im Supermarkt gefunden haben, fahren wir zurück. Und wir sind uns einig, dass es toll ist, wenn man die Räder im Urlaub mit dabei hat. Es war ein wirklich schöner Radlausflug heute, den wir alle sehr genossen haben!
Hanna macht sich schon bald an das Werk und meint sie möchte lieber ganz alleine und in Ruhe kochen.
Ich konnte endlich mal den Reise-Tagebuch-Eintrag von gestern fertig stellen und online stellen. Durch den Urlaubsmodus bedingt läuft alles langsamer. Auch der Reiseblog.
Torsten hat das schon bemerkt und schreibt Kommentare wie z.B.:“ Hallo, ist morgen heute, oder heute gestern, oder …ach egal!“ – Doch er ist Gott sei Dank der Einzige, der ganz genau aufpasst und neue Beiträge einfordert. Ich tröste ihn mit einem Extra-Bier im nächsten Motorrad-Urlaub.…
Und dann bekommen wir herrliche vegane Buritos serviert mit zweierlei selbstgemachten Saucen – eine davon ist eine Avocado-Creme.

Die Buritos schmecken wirklich vorzüglich. Und wir sind glücklich, dass wir hin- und wieder so von unseren Töchtern verwöhnt werden. Man könnte sich daran gewöhnen…

Wir naschen noch ein wenig einen kleinen Nachtisch. Langsam geht die Sonne unter und so geht wieder ein schöner Tag zu Ende.

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