So langsam fangen wir an vom schnelleren „Reisemodus“ in den langsameren „Urlaubsmodus“ zu gelangen. Wir frühstücken ausgiebig mit Lea am Morgen. Dann gehen wir zum Pool.

Noch ist Ruhe am Pool. Obwohl schon die Pfingstferien sind, auch in Portugal, ist es noch recht ruhig auf dem Campingplatz und insbesondere heute am Pool. Mit Ausnahme von zwei älteren Herren, die ihre eigene Wassergymnastik täglich um die selbe Uhrzeit machen, sind wir fast die einzigsten Gäste. So können wir den Pool auch tatsächlich zum Schwimmen nutzen. Leider gibt es aktuell (noch?) keine Sonnenschirme und Schatten ist auch etwas rar. So knallt die Sonne erbarmungslos auf uns nieder. Die Handy App sagt UV Index 10 – sehr hoch. Deshalb ziehen wir es vor, den Poolbereich wieder zu verlassen.
Lea mag an noch eine Kleinigkeit essen und beginnt dann zu packen. Sie möchte noch in die Gegend von Aljezur und dort an die Küste. Da gibt es auch sehr schöne Natur und Felsen. Sie mag dort Surfunterricht nehmen und vielleicht ein wenig wandern. Nachdem sie gepackt und das Uber-Taxi bestellt hat, verabschieden wir uns. Vielleicht sehen wir uns in ein paar Tagen noch mal.
Anschließend machen wir uns einen gemütlichen Nachmittag im Schatten, ruhen uns aus, trinken Kaffee, lesen…
Gegen Abend zieht es uns doch noch mal zum Meer. Wir fahren wieder mit den Fahrrädern zum Strand. Dieses Mal noch ein wenig weiter nach hinten, wo die Felsen sind.
Und da so langsam die Abendsonne kommt, verspricht dies auch schöneres Licht für die Felsen und Fotos von den Felsen.
Andrea sucht sich ein feines Plätzchen am Strand mit etwas Windschatten. Denn der Wind ist heute wieder stark und böig. Ich laufe am Strand entlang zwischen den Felsen und lasse mich treiben.


Es ist spannend und macht Spaß durch einige der Löcher und Höhlen im Fels zu gehen oder zu kriechen und zu erkunden.


Auch hier wieder eine neue Nische – und wenn man hindurch geht, entdeckt man oft einen ganz neuen Strandabschnitt – es ist einfach genial.





Ich kann es irgendwie nachempfinden. Auch mich erfasst eine innere Euphorie. So vielfältige Eindrücke. Ständig wechseln Licht und Schatten sich ab. Ebenso die gelb-ockerfarbenen Felsen mit dem teils blauen, teils türkisgrünen Meer. Dazu Sonne, blauer Himmel, Wärme im Windschatten und plötzliche Kühle, wenn eine Windböe zwischen den Felsen hindurch bläst.



Ich empfinde es wie einen wunderschönen „Flow“ Zustand. Und auch wie in einem Roman, in dem ganz verschiedene Ebenen miteinander verwoben werden. Ich gehe, staune, fotografiere und mache kleine Videos. Genau so habe ich mir die Algarve in meinen Träumen immer vorgestellt – und nun bin ich da und es ist Realität!





Ich habe das Gefühl mit diesem „Flow“ – Zustand wie in einem Rausch zu sein und bekomme das Gefühl, Raum und Zeit zu vergessen. Doch „Upps“ Andrea wartet ja auf mich. So mache ich mich auf den Rückweg und genieße weiterhin diese fast schon „magische“ Stimmung. Und das, obwohl es noch mindestens ein bis eineinhalb Stunden bis zum Sonnenuntergang sind.

Ich setze mich neben Andrea in den Sand und plötzlich werden wir direkt Zeugen von einer Hochzeitszeremonie am Strand.


Es ist wirklich ein bezaubernder Abend und das ist nun unser zusätzliches Highlight.

Mit den friedlich noch am Wasser spielenden Kindern, findet meine Fotosession für heute Abend langsam ein Ende.

Und wir beschließen, den Abend bei einem gemütlichen Essen im Strandrestaurant ausklingen zu lassen.
Das Essen war hervorragend. Doch wir waren so angetan vom Essen, dass wir tatsächlich vergessen haben, das Essen zu fotografieren. Andrea hatte Octopus auf algarvische Art und ich Schwertfisch-Spieß mit Garnelen.
Da wir spontan so lange geblieben sind und das nicht geplant war, hatten wir nur kurze Hosen und nur je einen langärmeligen Pulli mitgenommen. Das müssen wir nun bei der Heimfahrt büßen. Es ist dunkel und der Wind bläst uns eiskalt ins Gesicht und an die Beine. Wir kämpfen mit den Fahrrädern gegen den Wind an und sind froh, als wir endlich wieder beim Womo angelangt sind. Schnell hinein und tatsächlich, da ist es noch richtig schön warm. Und ein wunderbarer Tag findet langsam sein Ende.

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