Von Aracena nach Fatima

Nach einer erholsamen Nacht inmitten der Natur fahren wir los und sind guter Dinge, dass wir bald in Portugal ankommen. Auf dem Weg zur Grenze sehen wir plötzlich Storchennester. Erst eins, dann mehrere und dann immer mehr. Rechts der Straße Storchennester auf den Strommasten. Links der Straße Storchennester. Sie bauen ihre Nester wo immer sie etwas finden, was Halt bietet. Eine regelrechte Storchenstraße. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Störche gesehen mit ihren Jungen im Nest wie an dieser Straße. Leider schaffen wir keine richtig guten Fotos, auf denen man die Eltern mit den Jungen sehen kann. Wenn wir anhalten und näher kommen, dann fliegen die Eltern aus dem Nest.

Und dann, am 14. Tag unserer Reise, erreichen wir die Grenze zu Portugal. Die Grenze ist unspektakulär und kaum bemerken wir den Übergang von Spanien zu Portugal. Doch einige Kilometer später ändert sich das. Die Landstraßen werden so schlecht, dass es nur noch rumpelt und scheppert in unserem Wohnmobil – grausam.

Irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit kommt eine Autobahn, die wir dann auch trotz Maut gerne nutzen und die relative Ruhe, die sich dann einstellt, genießen.

Auf unserer Route nach Portugal kommen wir fast zwangsläufig an Fatima vorbei und so beschließen wir, einen Abstecher dorthin zu machen.

Basilika de Nossa Senhora do Rosário
Sanctuário de Fatima

Ich hatte mir Fatima eher als als alte, kleine verstaubte Stadt mit einer alten und vielleicht etwas muffigen Kirche vorgestellt. Doch das Gegenteil trifft zu. Der gesamte Komplex ist architektonisch schön gestaltet. Sehr offen und freundlich und er schafft eine tolle Synthese von der alten Kirche von 1928, hin zu ganz modernen Bauten aus Beton. Ca. 4 Millionen Pilger kommen jährlich nach Fatima.

Wir gehen in die Kirche, zünden eine Kerze an und sind fasziniert von dem Sanctuario. Anschließend stärken wir uns im Wohnmobil. Es gibt großzügige Parkplätze auf denen wir auch mit dem Wohnmobil parken können. Danach machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang am Abend auf einem kleinen Pilgerrundgang in der Natur.

Als wir bei Sonnenuntergang wieder zurück kommen, scheint der Turm der Kirche so leuchtend.

Das ist nun wirklich mal ein golden glänzender Turm

Das gesamte Areal des Sanctuario ist doppelt so groß wie der Petersplatz in Rom. Und die neu gebaute Kirche aus Beton am anderen Ende des Platzes fasst ca. 8.700 Menschen.

Blick von der alten Kirche auf die ganz neue, ganz hinten im Bild

Jeden Abend gibt es noch ein Rosenkranzgebet und eine anschließende Lichterprozession. Nachdem wir beschließen die Nacht hier auf dem Parkplatz zu verbringen, möchten wir einmal daran teilnehmen.

Es ist alles ungezwungen und sehr frei. Viel wird gesungen, was das Rosenkranzgebet, von dem wir die Sprache nicht verstehen, auflockert. Gegen Ende wird immer wieder ein Gesang angestimmt, der sich schön anhört und schließlich setzt sich die Prozession in Bewegung. Wir gehen mit, nachdem wir uns auch zwei Kerzen gekauft haben.

Die Prozession geht mit mehreren hundert Menschen, alle mit Kerzen in der Hand, einmal um das gesamte Gelände. Begleitet von diesem meditativen Gesang. Es fühlt sich schön an und stimmig für uns und ist wirklich eine schöne Erfahrung. Erst gegen 22.30 Uhr Ortszeit ist die Prozession beendet (in Deutschland 23.30 Uhr).

Vermutlich hatten wir deshalb heute einen 25 Stunden Tag und gehen müde und zufrieden ins Womo zum schlafen.

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