Es gibt Orte an denen wir kaum 24 Stunden waren und trotzdem haben wir uns so daran gewöhnt, dass es schwer fällt sie zu verlassen. So ein Ort ist dieser Naturcampingplatz. Wir machen ein letztes Erinnerungsfoto nach dem Frühstück.

Wir gehen noch mal auf die sehr saubere Toilette und mir wird klar, dass ich mich zu den Caballeros zählen kann, was ich bis heute nicht wusste.

Dann haben wir noch eine schöne Aufgabe. Heute vor 25 Jahren am 21. Mai saßen Andrea und Daniel, der Sohn meiner Cousine, und ich gemütlich mit einem Glas Wein auf unserer Terrasse. Daniel war gerade auf der Walz als Zimmermann und zu Besuch bei uns. Er hatte uns tatkräftig mit einem neuen Balkongeländer und anderen Dingen unterstützt. Plötzlich setzten bei Andrea die Wehen ein und in der Nacht wurde in unserem Haus unsere mittlere Tochter geboren. Daniel hat durchgeschlafen und nichts mitbekommen. Glücklich zeigten wir ihm am nächsten Morgen die neue Erdenbürgerin! Unsere Tochter freut sich über unseren Anruf heute und wir wünschen ihr alles erdenklich Gute!
Dann fahren wir los in Richtung Granada. Unterwegs sehen wir einige faszinierende Landschaften. Zu Beginn sehen wir eine sehr geordnet und aufgeräumte Landschaft mit herrlichen Ginsterbüschen in der Mittellinie der Autobahn und hunderten, vermutlich tausenden kleinen Olivenbäumen die herangezogen werden in geometrischen Reihen.

Dann so eine Art weicher Sandstein oder Tuffstein, denn wir sehen immer wieder Höhlen und Häuser in den Stein gebaut rechts und links der Autobahn.

Einige Kilometer weiter ändert sich die Landschaft erneut. Plötzlich taucht am Horizont ein hohes Bergmassiv auf.
Der Blick auf das Thermometer des Autos zeigt 31 Grad. Das kann doch kein Schnee sein?! Ist das Sand? Oder Marmor? Doch je näher wir kommen wird uns bewußt, dass dies die Ausläufer der Sierra Nevada von Spanien sind. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Gebirge in den USA. Es ist bis zu 3479 m hoch und meist schneebedeckt von November bis Mai. Und wo liegt die höchste Passstraße Europas? In den Alpen? Nein. Sie muss irgendwo hier in der Sierra Nevada liegen. Sie führt auf den Pico de Veleta und geht bis knapp zu dem Gipfel und ist 3.384 m hoch. Da können die Ötztaler Gletscherstraße mit 2.829 m, der Cime de la Bonnette mit 2.802 m sowie der Col de Liseran mit 2.770 m, beide in Frankreich, lange nicht mithalten.
Doch obwohl mein Geist das irgendwie verarbeiten kann, fühlt es sich absolut surreal an. Je näher wir Granada kommen, desto mehr nähert sich das Thermometer den 33 Grad. Und vor uns werden die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada, die man auch von Granada aus bestens sehen kann, immer größer und deutlicher. Es fühlt sich so merkwürdig, so fremd an, dass ich nun deutlich verstehe, warum die Engländer „strange“ sagen.
Dann tasten wir uns vor zu einem Highlight unserer Reise.



Es ist eine wunderschöne und weitläufige Anlage, die Jahr für Jahr 1,5 – 3 Millionen Menschen aus aller Welt anzieht und damit zu einer der meistbesuchten Touristenattraktionen in Europa zählt. Zu recht wie wir meinen!


Ursprünglich waren es die Mauren, die mit islamischer Architektur-Kunst die Grundlage für die Alhambra legten im 14. und 14. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde dann von christlichen Herrschern die Alhambra umgestaltet und weiter ausgebaut. Wobei aber wesentliche Teile bis zum heutigen Tage erhalten blieben. Diese Mischung aus verschiedenen Kulturen, Religionen und Epochen macht diesen einzigartigen Reiz und Charme dieser Anlage aus.

Der Palast wurde mitten in die ursprüngliche Anlage gebaut. Wenn wir das richtig verstanden haben spielt das Jahr 1526 eine Rolle. Also hat dieser Bau schon eine 500 jährige Geschichte.







Leider hatten wir für den Nasriden Palast keine Tickets mehr bekommen ( Vorbestellungsfrist aktuell ca. 1 – 2 Monate). Doch Andrea hat dankenswerter Weise noch ein Night Ticket Alhambra bei Nacht organisieren können.
So ziehen wir uns nach dem ersten Genuß zurück ins Womo im nahen Parkplatz und machen noch eine kleine Siesta.
Kurz vor 22.00 Uhr stehen wir dann erneut vor dem Eingang zur Alhambra und warten gespannt auf den Einlass.


Zypressengarten bei Nacht




Die Alhambra bei Nacht


Und immer wieder aus verschiedenen Perspektiven vom „Generalife“ der Blick auf die Alhambra bei Nacht

Wir können uns einfach nicht satt sehen
Doch jede „Gartenparty“ hat irgendwann ein Ende und so müssen wir leider gegen 23.30 Uhr das Gelände wieder verlassen. Gegen 0.15 Uhr erreichen wir nach diesem ereignis- und erlebnisreichen Tag voller schöner Eindrücke unser Wohnmobil.
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