Nach dem obligatorischen Cappuccino am Morgen gehe ich zum Strand als Kundschafter. Schauen, ob immer noch so ein eisiger Wind bläst. Und siehe da. Nichts. Viel Strand. Viel Sonne. Kein Wind. Schnell zurück und dann ziehen wir uns um. Wir nehmen bewusst kein Handy und keine Kamera mit. Wir möchten das morgendliche Schwimmen einfach nur mit allen Sinnen genießen.
Als ich dann so im Wasser schwimme, kommen mir verrückte Gedanken. Wir haben gefühlt den ganzen Strand und das ganze Meer für uns. Die goldene Morgensonne wärmt schon ein wenig die Haut. Während sie bedingt durch das kalte Wasser gleichzeitig angenehm prickelt.
Erst kommt mir der Gedanke mit der Werbung für das eine Weizenbier, wo eine gutaussehende mit starkem französischem Akzent sprechende Frau den einen Satz sagt:“ Das Bier – das so schön prickelt, wenn Du es mir in meinen Bauchnabel schüttest!“ – Weiß auch nicht warum mein Gehirn solche Assoziationen mit dem schwimmen in doch noch recht kaltem Wasser herstellt….
Und dann fühle ich so einen schönen inneren Frieden in mir, wie ich ihn lange nicht in mir gefühlt habe. Und mein Gehirn assoziiert weiter. Wenn doch jetzt Putin und Trump hier mit mir sein könnten und diesen schönen inneren Frieden und diese Dankbarkeit ebenfalls spüren könnten……
Man merkt was passiert, wenn man plötzlich Zeit hat, entspannt ist und eine Woche lang kein Fernsehen mehr schaut und keine Zeitung und kein Internet mehr liest. Vermutlich viel positives für das eigene Leben und das eigene Empfinden. Doch negativ gesprochen könnte man auch konstatieren: ich werde ein wenig Weltfremd.
Leider habe ich kein Foto von diesen schönen Momenten heute Morgen. Doch ich hoffe es gelingt auch ohne Fotos durch die Beschreibung, diese schönen Momente ein wenig vorstellbar zu machen.
Doch was ich neben diesen Erlebnissen und Erfahrungen noch wirklich beeindruckend finde ist, die Erfahrung der Ruhe und der Stille in einer Gegend, die ich mein ganzes Leben lang gemieden habe aus Angst vor den vielen Hochhäusern und Hotels an der spanischen Küste. Aufgrund von Berichten über Benidorm und andere Extremen in den Medien, die schon in den 80er und 90er Jahren über Overtourism berichtet hatten. Das hat mich immer abgeschreckt. Doch da wir nun dieses Jahr bis Portugal fahren möchten, dachte ich wir schauen uns das einmal an. Und dann mache ich ganz andere Erfahrungen, die mein negatives Weltbild von Spaniens Süden und dem Tourismus auf den Kopf stellen.
Nach dem Frühstück packen und auschecken und dann suchen wir eine Tankstelle.
Nun also wieder ganz profane Dinge die zu tun sind. Wir finden eine Tankstelle mit Diesel 1,599 €. Sehr angenehm. Nebenan ein Supermarkt und wir finden vier verschiedene alkoholfreie Biersorten von denen wir zwei gleich einmal zum ausprobieren kaufen.
Wir fahren weiter nach Denia und fahren einfach einmal so aus Interesse durch die Stadt und an der Stadtpromenade entlang.
Stadtvideo

Dann verabschieden wir uns von der Costa Brava und fahren auf die Autobahn. Wenige Kilometer weiter kommt der Schreck meiner Jugend: Benidorm. Ich finde es potthässlich. Andrea findet es gar nicht so schlimm und sogar interessant. So verschieden können Menschen sein. Auch wenn es nur zwei sind und diese in einem Wohnmobil sitzen. Hat wieder mein Weltbild erweitert. Leider können wir die vielen, vielen Hochhäuser von Benidorm nicht richtig gut von der Autobahn aus einfangen. Wen es interessiert, ein Blick ins Internet genügt. Doch ich kann nur warnen vor dieser Speerspitze des kapitalistischen Tourismus…


Dann weiter an Alicante vorbei und Murcia Richtung Berge.
Die Temperatur ist plötzlich bei ständigem Sonnenschein gestiegen von 26 Grad auf 33 Grad! Nach drei so schönen Tagen am Meer kommt die Überlegung heute einmal ins Hinterland zu fahren. Vielleicht ist es da auch ein wenig schattiger und weniger heiß.
Wir landen im Bergdorf Velez-Rubio.

Noch ein paar Kilometer weiter kommen wir zu einem Campingplatz am Rande des Naturschutzgebietes Sierra La Muela de Montelviche. Wir sind die einzigen Camper auf dem Campingplatz. Der Ranger ist sehr nett und es ist sehr ruhig hier und super frische Luft. Einzig der Ranger verpestet mit seiner uralt Zweitakt Vespa mit schlecht eingestelltem Vergaser die Luft. Sein Roller stinkt furchtbar. Doch sobald er ihn wieder ausmacht, kehrt Ruhe ein und wir atmen herrlich frische und kühle Waldluft ein. Fast schon einsam fühlen wir uns.




…fast schon einsam – doch nicht lange. Da taucht plötzlich ein niedliches Kätzchen aus dem Gebüsch auf.


Und dann kommt plötzlich noch eine WhatsApp Nachricht von meinem Freund Thomas, den wir vor einer Woche besucht hatten. Er moderiert heute Abend wieder eine Radio Sendung im Internet Radio von Radio Hellbach und er hat mir einen Link geschickt. Der funktioniert super und so hören wir zum Abendessen noch Thomas und der von ihm ausgewählten Musik zu.
Langsam kommen einige Mücken und mit Blick auf die nahen Berge wird es langsam dunkel. Plötzlich taucht auch noch ein magerer Fuchs neben uns auf. Zwei Meter hinter Andrea läuft er vorbei. Das ist für einen kurzen Moment ein Schreck für sie. Doch dann zieht er weiter. Und wir ziehen uns zurück ins Womo

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