In der Früh erst einmal einen Kaffee getrunken und dann trotz vieler Wolken zum Strand und ab ins Meer. Andrea hat ihren Neopren-Anzug angezogen, damit ihr nicht so kalt ist. Sie geht langsam rein, kommt dafür lange nicht mehr raus – sie schwimmt eisern. Ich warte schon. Wir trocknen uns ab und dann ab in die warme Dusche. Leider ist nun der ganze Himmel komplett zugezogen. Die Zeit vergeht viel zu schnell und so verzichten wir auf das Frühstück, machen uns wieder startklar und checken aus.
In der nahen Stadt finden wir eine Bäckerei, doch keinen Parkplatz. Wir nehmen die italienische Methode. Mit dem großen Womo direkt vor die Bäckerei gefahren in der relativ schmalen Straße. Warnblinker rein und selbstbewußt in die Bäckerei hineinlaufen. Der Besitzer kam schon aufgeregt angelaufen und war verwundert, dass ich nur Croissants kaufen wollte. Sie sind in Spanien wohl nicht die „italienische Methode“ gewohnt. Dann überlies er mich seiner Frau, die sich freute, dass ich die halbe Auslage leer kaufte. Ich zahlte und sie lächelte. Alle hatten was davon, keiner hat gemeckert oder wurde geschädigt. Check!
Wir erreichen die Autobahn und frühstücken leckere Croissants während der Fahrt. Dann macht sich langsam ein wenig Eintönigkeit breit und wir schauen uns um, was wir sehen. Kleine grüne Bäume, die wir nicht kennen und nicht so richtig zuordnen können. Kilometerlang, zig Kilometer lang stehen sie rechts und links der Autobahn. Die Hypothese, dass das Orangen und Mandarinenbäume sein könnten, steht die Tatsache entgegen, dass wir keine grünen oder orangenen Früchte erkennen können. Für die Hypothese spricht, dass wir einen LKW vor uns fahren sehen, mit hunderten von Orangenkisten voller Orangen. Als wir dann nach Valencia die Autobahn verlassen geht mein erster Blick auf diese grünen Bäume und tatsächlich. Aus der Nähe betrachtet hängen einige von ihnen voll von roten Früchten.

Die ganze Straße lang, rechts und links, alles Orangen und Mandarinenbäume


An einer Stelle ist der Zaun offen und ich schleiche mich in den Orangenhain. Die meisten sind abgeerntet auf dieser Plantage. Doch ab und zu hängen noch ein paar vergessene im Inneren der Bäume. Ich pflücke vorsichtig einige ab und bringe stolz meine ersten frischen, selbstgeklauten Orangen oder Mandarinen ( so genau konnte ich das nicht identifizieren) zu unserem Wohnmobil. Andrea ist auch begeistert.
Wir checken im nahen Campingplatz ein und kaufen noch frisches Obst an einem Stand von einem Bauern auf dem Campingplatz.
Während der Fahrt stieg das Thermometer von 22 Grad bis auf 27 Grad. Doch da wir die Klimaanlage laufen ließen, bemerkten wir nichts von der aufkommenden Hitze. Als wir dann aussteigen, trifft mich die unerwartete Hitze wie ein Hammer. Es ist als ob man in eine heiße Wand hinein laufen würde. Das Thermometer zeigt 29 Grad und der Himmel ist wolkenfrei. Die Sonne brennt richtig stark.
Der ganze Platz liegt etwas abgelegen. Thomas und Carmen waren im Januar hier. Es ist einer der Plätze auf dem Deutsche, Österreicher und Schweizer im Winter über Monate vor dem kalten deutschen Winter fliehen. Oft fahren sie dann, wenn die Kurzzeit-Touristen kommen im Mai wieder nach Hause und verbringen den Sommer bis Weihnachten zu Hause bis sie nach Weihnachten plötzlich wieder wie die Zugvögel in den Süden ziehen.
Und tatsächlich ist hier die meistgesprochene Sprache Deutsch und man spürt so eine Art Aussteigermentalität. Doch nicht unangenehm.

Wir machen eine kleine Brotzeit mit der Hartwurst, die wir von unserem Nachbar Hans vor der Abreise geschenkt bekommen haben (lecker!) und kosten unsere Früchte. Es handelt sich um Mandarinen, wie wir eindeutig am Geschmack feststellen können.
Nach kurzer Recherche lernen wir: Spanien ist der größte Produzent im Bereich Orangen und Mandarinen in Europa vor Italien und Griechenland. 3.000.000.000 kg werden pro Jahr produziert.
Anschließend gehen wir zum Strand.


Doch dann die nächste Überraschung. Nach der Hitze auf dem Campingplatz hier am Strand ein starker und gefühlt eiskalter Wind. An Schwimmen gehen ist kaum zu denken. Merkwürdig.
Doch dann genießen wir halt einige Stunden so am Strand. Gegen 19.30 Uhr sind wir immer noch am Strand und plötzlich kommen vermehrt Menschen und stellen ihre Stühle an den Strand. Wohl in Erwartung des Sonnenuntergangs. Und so beschließen wir auch noch ein Weilchen da zu bleiben.

Zwischendurch waren wir fast alleine
Nun gegen Abend sehen wir unzählige Spaziergänger, die einen ausgedehnten Abendspaziergang am Strand machen. Viele laufen mit dem Füßen barfuß – oft ein wenig die Füße im Wasser.
Langsam geht die Sonne unter und der Strand wirkt golden.



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