From Munic to Baltimore

Major John, unser Wohnmobil ist gepackt und los geht die Reise. Vom Norden von München nach Baltmannsweiler bei Esslingen – von Einheimischen „Baltimore“ genannt. Vorher wurde Major John natürlich noch schön gewaschen.

Frisch für die nächste Reise

Als wir losfahren und Kilometer um Kilometer auf der Autobahn fahren – läuft plötzlich so ein innerer Film oder man könnte auch sagen eine innere Fragerunde ab:

Warum reist man eigentlich? Früher dachte ich oft, man reist von zu Hause in andere Länder um etwas Neues zu sehen. Man reist sozusagen in die „Zukunft“. Manchmal denke ich das heute noch. Doch manchmal schiebt sich nun der immer stärker werdende Gedanken ins Gehirn: ich reise auch deshalb, da ich mich auf den Reisen bei anderen Umgebungen neu und besser kennen lerne und deshalb mich als „alten Bekannten“ neu kennen lerne. Neue Seiten an mir. Und doch reise ich damit ja nicht unbedingt in die „Zukunft“ sonder in mein Inneres, in die Vergangenheit, die mich geprägt hat so oder so auf neue Dinge zu reagieren.

Und dann der Gedanke – möchte ich überhaupt weg von zu Hause. Es war doch eigentlich schön. Was reizt mich am Reisen?

Viele Fragen über Fragen und plötzlich sind wir schon am Ziel Baltimore angekommen.

Mein Freund Thomas hat nun Hühner.

Er und seine Frau Carmen haben über eine tolle Initiative diese fünf Hühner von einer Legebatterie gerettet und sie haben nun noch eine gute Zeit in einer ruhigen, reizarmen und artgerechten Umgebung. Gut und gesund sehen sie mittlerweile aus die Hühner.

Thomas macht im Internet RadioHellbach Mittwochs abends eine Sendung mit Liedermachern und Musik und interessanten Interviews. Da lief auch vor einigen Wochen das sehr interessante Interview mit sehr engagierten Frauen von dieser Initiative. Wirklich beeindruckend!

Nach einer schönen Geburtstagsfeier, Thomas hatte Geburtstag, frühstücken wir am Morgen in aller Ruhe und haben noch etwas Zeit das kleine aber feine Tonstudio von Thomas zu inspizieren.

Thomas am Regiepult

Mehrere Jahre macht er nun schon eigene Songs. Er zeigt mir auf Wunsche den Text zu seinem neuesten Werk „Vor -Bei“. Für Sätze wie „Vorbei – das Lachen der Stille entrinnt“ – bräuchte ich vermutlich mindestens eine Woche nur für diesen einen Satz, wenn nicht sogar mehrere Wochen – und um ihn zu verstehen auch noch einmal eine Woche oder sogar mehrere. Doch ich habe ja Zeit – mehrere Wochen nun auf der Reise, um meinen eigenen Sinn in den lyrischen Worten und Sätzen von meinem langjährigen Freund aus Jugendtagen zu finden.

Wen es interessiert und wer seinen eigenen Sinn in der Lyrik finden möchte. Hier ist der Link zum Song von TomCook auf YouTube:

Es ist schön Freunde zu haben

Es ist schön Freunde zu haben und es war wirklich schön, dass wir uns zum Anlass vom Geburtstag – gemischt mit dem Anlass unserer Reise endlich wieder einmal persönlich gesehen haben und uns austauschen konnten. Und oh Wunder, das Handy blieb den ganzen Abend irgendwo im Eck liegen und hatte plötzlich keine Bedeutung mehr. Selbst ein gemeinsames Foto hätten wir fast nicht hinbekommen. So haben wir zwar eine schöne Fotoerinnerung. Doch die inneren Bilder und Erinnerungen sind mehr wert.

Weiter geht es Richtung Frankreich. Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg. Viele Jahre war ich nicht mehr in dieser Gegend und plötzlich kommen wieder Erinnerungen. An die guten Weine aus dem Markgräfler Land und vom Kaiserstuhl, an meinen Drachenflugkurs in der Gegend um Freiburg…

Und schon passieren wir Stunden später die Grenze zu Frankreich. Upps ist da viel Verkehr. Für uns überraschend. Und wir hatten den französischen Verkehr auf unserer Frankreich Rundtour noch so entspannt in Erinnerung und hatten oft die Franzosen als Vorbild für ihre entspannte Fahrweise genommen. Doch heute genau umgekehrt. In Deutschland floss der Verkehr ruhig dahin. Kaum Drängler, kaum Raser, kaum unerwartete Spurwechsel. Entspanntes Fahren und oft lässt einer den anderen gewähren oder gibt Raum. Und nun plötzlich Hektik, schnelles Auffahren, schnelle Spurwechsel, sehr viel Verkehr und wenig entspannte Fahrweise. Verkehrte Welt für uns heute. Sind wir, die Deutschen, jetzt plötzlich die neuen, die „besseren Franzosen“?

Wir finden einen kleinen netten Campingplatz in der Nähe von Belfort von „Only Camp“ – eine Reihe von einfachen und eher naturbelassenen Campingplätzen in ganz Frankreich mit nur 1 – 3 Sternen. Fühlen uns gleich willkommen und wohl. Und wesentlich entspannter als auf der Straße.

Dann wird es Zeit die Reise richtig „einzuläuten“:

Es geht los

Gleich anschließend macht Andrea herrlichen Spargel mit Kartoffeln und Sauce Hollondaise mit Schinken. Dazu ein kleines Glas Sauvignon Blanc – herrlich!

Wie Gott in Frankreich oder sollte ich sagen Göttin in Frankreich?

Das Wetter spielt noch nicht so ganz mit. 14 Grad, starker Wind, ab und zu Regen. Doch wir haben es gemütlich warm und erfreuen uns am Essen. Und gehen langsam und entspannt in die Abendruhe über. Mal sehen was der morgige Tag bringt.

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